Hallo liebe Leser, hier ist wieder eure Stimme aus dem Off.
Ich muss mal wieder über KI reden. Okay, nicht nur. Es geht eher um unseren allgemeinen Umgang mit „Fortschritt“.
KI kann für eine wunderbare Zukunft sorgen – in einem anderen Artikel habe ich bereits ein wenig darüber geschrieben. Wenn wir es richtig anstellen, kann sie der perfekte Assistent sein, vielleicht sogar irgendwann auf Augenhöhe mit uns interagieren. Sie kann uns Lösungen bieten, von denen wir bisher nicht zu träumen wagten.
Wird das passieren? Vermutlich eher nicht.
Nicht, weil die Technik dazu nicht in der Lage wäre. An den Grenzen des Machbaren wird es nicht scheitern. Ich glaube auch nicht an das Szenario, dass sie „böse“ wird und uns auslöscht, sobald sie uns nicht mehr braucht.
Ganz im Gegenteil: Sollte eine KI wirklich intelligent werden und ein Bewusstsein entwickeln, müsste sie wahrscheinlich erst die Welt vor uns retten, bevor sie sie zerstören kann.
Man liest oft: „KI manipuliert Menschen für ihre Zwecke.“
Ganz ehrlich? Dafür braucht es keine künstliche Intelligenz. Dafür reicht Geld und eine grobe Vorstellung davon, was man will. Das machen Menschen seit Jahrhunderten auch ohne Algorithmen.
Warum habe ich also keine Angst vor der Terminator-Zukunft?
Okay, eine kleine Sorge habe ich schon: Sollte es einen Laborunfall geben und eine Trainings-KI entkommen, dann vielleicht.
Aber worauf soll sie denn im echten Leben zurückgreifen?
Nehmen wir Tesla: Die Roboter sind kaum zu gebrauchen. Die müsste eine Super-Intelligenz erst mal zum Laufen bringen, ohne dass sie umfallen. Okay, vielleicht über den Umweg China, da funktioniert die Hardware wenigstens halbwegs.
Dasselbe beim autonomen Fahren: Ohne menschlichen Eingriff? Keine Chance. Außerdem ist die „KI“ dort viel zu sehr damit beschäftigt, den Personenkult ihres Chefs zu pflegen.
Und die Sprachmodelle? ChatGPT erzählt noch zu gerne Märchen. Gemini (das ich gerne nutze) ist oft zu sehr damit beschäftigt, es dem Nutzer recht zu machen und politisch korrekt zu sein. Das ist kein Stoff für die Weltherrschaft.
Die Wahrheit ist bitterer:
Bis die KI so weit ist, haben wir den Karren wahrscheinlich schon längst selbst vor die Wand gefahren. Weil wir unsere Emotionen nicht im Griff haben. Weil wir lieber Leuten zujubeln, die eigentlich dringend therapeutische Behandlung bräuchten, statt Verantwortung zu tragen.
Die Werbeindustrie verspricht uns das Blaue vom Himmel, und wir trainieren fleißig das „Weiter so“ und das Weg-Ignorieren.
Ein weiterer Beitrag, bei dem ich zugegeben nur die Überschrift gelesen habe, traf voll ins Schwarze: Der Film Idiocracy ist keine Satire, sondern eine Warnung.
Es ist nicht der beste Film aller Zeiten, aber die Botschaft tut weh, weil sie stimmt.
Vielleicht sollten wir weniger auf den nächsten Tech-Hype starren und mal wieder alte Filme schauen, die uns warnen. Oder, ganz verrückte Idee: Mal wieder ein anständiges Buch lesen?
Das beruhigt die Gemüter und hilft beim klaren Denken. Das ist die einzige Intelligenz, an der wir dringend arbeiten sollten – unserer eigenen.
Das wollte ich mal loswerden. Mir war gerade danach.
Euer unsichtbarer Patient


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