Hallo liebe Leser, hier ist wieder eure Stimme aus dem Off.

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, wenn ihr die Nachrichten einschaltet, dass wir einem Theaterstück zuschauen? Da schütteln sich Menschen in teuren Anzügen die Hände, lächeln in Kameras, tauschen höfliche Floskeln aus – und im Hintergrund brennt die Hütte weiter.

Deshalb stelle ich heute mal die Frage: Die Sprache der Diplomatie – was ist das eigentlich noch, und kann das weg?

Diplomatie ist eigentlich essenziell

Versteht mich nicht falsch: Diplomatie ist wichtig, gerade in den Zeiten, in denen wir uns aktuell befinden. Eigentlich also immer.

Ihr ursprünglicher Sinn war nobel: Diplomatie dient dazu, eine Kontaktaufnahme so zu führen, dass kulturelle Unterschiede nicht sofort den nächsten Konflikt auslösen. Sie soll einen konstruktiven und produktiven Austausch fördern, Konflikte vermeiden oder sie im besten Fall beenden. Sie ist das Schmiermittel, das verhindert, dass die Zahnräder der Weltpolitik heißlaufen.

Das Werkzeug der Flexibilität

Ja, dafür braucht es sprachliche Flexibilität. Die diplomatische Sprache erlaubt es, eine Position zu vertreten, ohne sich sofort unwiderruflich festzulegen oder eine Eskalation zu riskieren. Sie ist kontextabhängig: In der Praxis passt sich die Sprache an die örtlichen Gegebenheiten an, um Türen offen zu halten, wo sie sonst zugeschlagen würden.

Die Kaperung durch die Heuchler

Aber schauen wir uns die Realität an: Diplomatie hat ihren Sinn und Zweck verloren. Sie wurde gekapert.

Diplomatie wird heute von Lügnern, Heuchlern und Betrügern als Schutzschild missbraucht. Sie nutzen die feine Sprache nicht mehr, um Frieden zu schaffen, sondern um Zeit zu schinden und Tatenlosigkeit hübsch zu verpacken.

Was für einen Wert hat Diplomatie noch, wenn sie Verbrecher stärkt, Lügen salonfähig macht und Konflikte anheizt, anstatt sie zu befrieden? Wenn ein „wir sind besorgt“ nur bedeutet „wir werden nichts tun, aber wir wollen dabei gut aussehen“?

Das Fazit

Wir müssen aufhören, feige Rhetorik mit kluger Staatskunst zu verwechseln.

Denn Diplomatie ohne Haltung ist wie ein Pflaster auf einem offenen Bruch.

Es beruhigt vielleicht kurz das Auge des Betrachters, weil man das Elend nicht direkt sieht – aber darunter fault es weiter.

Euer unsichtbarer Patient


Kommentar verfassen

Hier klicken, um den Inhalt von jetpack.wordpress.com anzuzeigen.