Hallo liebe Leser, hier ist wieder eure Stimme aus dem Off.
Heute stellen wir uns mal einer sehr bequemen Illusion: dem Satz „Wir können doch eh nichts machen oder ändern“.
Ich schreibe oft, dass man alleine nicht viel ausrichten kann. Aber selbst in der Gruppe wird es extrem schwer. Nicht, weil die Fähigkeit fehlt, sondern weil wir uns selbst im Weg stehen. Wir sabotieren uns gegenseitig – ob bewusst oder unbewusst. Warum geschieht das?
Die Antwort ist mechanisch simpel: Verlustangst und Bequemlichkeit. Es ist die Sorge, Gewohnheiten aufgeben zu müssen und am Ende mit nichts dazustehen.
Die Angst-Falle und der Realitätsabgleich
Diese Angst ist real und nicht unbegründet. Aber sie wird meistens massiv künstlich aufgebläht – oft exakt von den Strukturen, die wir eigentlich ändern wollen. Wie gehen wir also vor?
Wir müssen diese Ängste vorher ausräumen. Das sagt sich leicht, funktioniert aber am besten durch einen knallharten Realitätsabgleich: Mach dir und deinem Gegenüber klar, was man wirklich ändern kann, was dafür notwendig ist und – ganz wichtig – zu was man tatsächlich bereit ist. Das ist oft gar nicht so viel, wie man anfangs denkt. Wenn man das realistisch und umsetzbar definiert, steigt die Chance enorm, es auch wirklich zu tun.
Das Gamification-Prinzip: Level für Level
Es bringt absolut nichts, direkt das größtmögliche Ziel anzustreben. Das überlastet das System.
Schau lieber, was du am liebsten ändern möchtest, und breche den Weg dorthin in kleine, machbare Etappen herunter. Betrachte es wie ein Videospiel: Es gibt einzelne Level, die man bewältigen muss, um das Spiel durchzuspielen. Und wie in jedem guten Spiel braucht es Motivation. Bau kleine Belohnungen ein – wie auch immer die aussehen mögen.
Der Dopamin-Hack: Kurzfristig vs. Langfristig
Ein Hauptgrund für unser Scheitern ist der Konflikt zwischen kurzfristigem und langfristigem Nutzen. Wir wissen rational, dass der langfristige Nutzen besser wäre, aber der kurzfristige (der niedere Instinkt) ist einfach attraktiver.
Wie umgehen wir das? Gar nicht. Wir müssen uns nur ein wenig austricksen. Es ist immer sinnvoll, Dinge, die gegen uns verwendet werden, für eigene Zwecke zu nutzen (solange man keine Unbeteiligten trifft). Wir befriedigen den kurzfristigen Impuls mit einer absoluten Minimaldosis, nur um ihn ruhigzustellen. Und dann steuern wir sofort wieder das langfristige Ziel an. Wir drehen den Spieß einfach um.
Flexibilität und das Ende vom Lied
Setz dir ruhig schwer zu erreichende Ziele, aber mach dir den Weg dorthin so einfach wie möglich. Halte dir immer die sprichwörtliche Tür für andere Wege offen. Die Antworten liegen oft dort, wo man sie nie erwarten würde.
Bleib beharrlich, aber nachsichtig mit dir selbst und anderen. Das klingt nach einem Guru-Satz, ist aber ein harter Fakt und meist das Erste, was auf der Strecke bleibt. Schau ehrlich zurück zu den Stellen, an denen du gescheitert bist: Die meisten unüberwindbaren Hindernisse sind eigentlich nur unnötige Kleinigkeiten, die durch unsere Emotionen künstlich aufgepumpt werden – imaginäre Hürden mit realen Auswirkungen.
Am Ende spielt es keine Rolle, ob du das Ziel zu 100 Prozent erreichst. Wichtig ist, dass du es versucht hast und am Ende sagen kannst: „Juhu!“ oder „Ok, hat nicht sollen sein, aber das war es wert.“
So, genug Glückskeks-Weisheit für heute und viel Spaß beim Verändern der Welt.
Euer unsichtbarer Gurupatient


Kommentar verfassen